Die Roadmap

“Was für eine gewaltige Idee: Das größte Abenteuer, das man erleben kann, ist, sich sein eigenes Leben auszudenken”

sagt Lawrence Kasdan, der Star Wars Drehbuchautor, im Wired Interview.

Wie schön, dass Hörer von Das Abenteuer Zukunft genau dieses getan haben, in bisher zwanzig Folgen des Zukunftskurs zum Entwerfen der persönlichen Zukunft.

In der letzten Folge des Zukunftskurs kommen wir jetzt zum krönenden Abschluss: der Roadmap. Nach jeder Menge Übungen, Überlegen, Forschen in der eigenen Welt geht es jetzt an’s Doing. Mit einer nach den letzten Folgen definitiv interessanten Zukunft versehen, stellt sich die Frage: Wie kommen Sie da jetzt hin?

Sowas ist Ihre Roadmap: eine Navigationskarte, die sich mitverändert, wenn Sie auf dem Weg sind. Sie ist gleichzeitig Wayfinding, zeigt also die kleinen, von der Gegenwart ausgehenden Schritte,  als auch Sog aus der Zukunft der Möglichkeiten mit den Verlockungen des Wünschenswerten.
Klingt gewaltig, aber Sie müssen eigentlich gar nichts Neues mehr machen nach all der Arbeit im Zukunftskurs, all der Vorarbeit in Ihrem Übungsmaterial. Denn die Roadmap besteht aus den bisher erarbeiteten Elementen, schick zusammengesetzt:
  • Aus der Core Intention/ Vision,
  • aus dem Science Fiction– und dem Wunschszenario,
  • den drei Szenarien in zehn Jahren, also dem Normalen Leben, dem Best Case und Worst Case Szenario
  • sowie den dazugehörigen Plänen, also Routineplan, Best Case Plan und Risikoplan.
Hier die Roadmap im Überblick:
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Im Schnelldurchgang:
  • Das Herz der Roadmap ist Ihre Zukunfts-Timeline. Da werden alle Erkenntnisse gebündelt. Auf Ihr können Sie sich souverän bewegen, vorwärts, rückwärts, mittendrin. Und durch ihre Bewegung werden viele der weißen Flecken auf der Landkarte ihrer Zukunft mit mehr Pfaden und Verknüpfungen versehen, das Bild wird klarer. Zuerst arbeiten Sie vorwärts. Ihre Haupteinflußfaktoren und die normalen Events führen zu den drei Szenarien in zehn Jahren, je nach dem, wie sich die Einflussfaktoren entwickeln. Drei Pläne mit Zielen, Maßnahmen, Ressourcen beschreiben den Weg vorwärts von Ihrer Gegenwart zu diesen Szenarien.
  • Dann arbeiten Sie rückwärts aus der Zukunft. Vision und Core-Intention zeigen, was Sie wirklich erreichen wollen, das Science Fiction Szenario, was möglich ist. Beide zusammen prägen Ihr Wunschszenario, das ab jetzt die Referenz ist, das Zielbild.
  • Das Wunschszenario lassen Sie jetzt rückwärts auf das Best Case Szenario einwirken und dann weiter durch den Best Case Plan hindurch zur Gegenwart. Jetzt ist nicht mehr die Frage: “Was sind die Veränderung der Einflußfaktoren und wo führt das hin?”, sondern “Welche Events und welche Entwicklungen bei den Einflußfaktoren müssen auftreten, damit das Wunschszenario wahrscheinlicher wird?”. Und: “Wie sieht das Best Case Szenario aus, damit es einen klaren Schritt auf dem Weg zum Wunschszenario darstellt?”. Im Best Case Szenario treffen sich also vorwärts und rückwärts. Das Best Case Szenario ist das Szenario, auf das ihre persönliche strategische Planung zielt.
  • Schließlich bauen Sie aus dem Best Case Plan für ihre geclusterten Themen Input für Ihr Zeitmanagement oder allgemein Ihre Selbstorganisation. Das bringt die Roadmap ins tägliche Leben.

Die Feinheiten beim Aufstellen der Roadmap und Tipps, wie Sie den Zukunftskurs in den nächsten Jahren zu einem Alltagsbegleiter machen erhalten Sie im neusten Podcast.

Das Übungsmaterial zur Aufstellen der Roadmap finden Sie wie immer im Materialshop.

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Zukunftskurs für Ihre persönliche Zukunft – Gesamtübersicht

Der Zukunftskurs steuert auf das furiose Finale zu: Die Roadmap! Um in den Weiten der persönlichen Möglichkeiten den abgeklärten Überblick zu behalten, heute noch einmal der Ablauf aller Folgen, mit den Links zu den entsprechenden Blogbeiträgen und Sendungen.

Und für Neugierige, die bisher noch gar nicht wussten, dass es diesen Kurs gibt und das man darin mit den Tools der Zukunftsforschung tolle Leitlinien für die eigene Zukunft bekommt: Mit Folge 1 starten, denn der Weg in die Zukunft beginnt jetzt, mit dem ersten Schritt und der ersten Folge des Zukunftskurs.

Vergangenheit Folge 1 Einstieg Die Übersicht über den Kurs und wieso es sinnvoll ist, die Methoden der Zukunftsforschung auf das eigene Leben anzuwenden.
Folge 2 Schätze aus der Vergangenheit holen und die Gegenwart verstehen Wieso beschäftigt man sich in einem Zukunftskurs mit der Vergangenheit? Um die Diamanten der Vergangenheit zu finden und die Struktur Ihrer Spitzenerlebnisse. Sie sind das Vorbild für den Zukunftsweg. Wir reisen auf dem Zeitstrahl durch die Vergangenheit: Wie sehen in Ihrem bisherigen Leben die guten Zeiten aus, wie die schlechten?
Folge 3 Was ist meine Ausgangsbasis? Was ist mir mitgegeben? Ihre persönliche Zukunft soll später natürlich zu Ihrer Person passen! Daher eine Runde Profiling in eigener Sache.
Folge 4 Zukunftstalente Um bestimmte Wege gehen zu können, benötigt man Fähigkeiten und Talente. Und über die erfahren wir einiges in Ihrer Vergangenheit. Das führt zu einem Assessment Ihrer Möglichkeiten. Und klärt, was Sie in Zukunft noch so brauchen könnten.
Folge 5 Werte und Zielfernrohr  Was ist Ihnen wichtig und wie entscheiden Sie sich zwischen verschiedenen Wegen? Denn in der Zukunft wird es einige Wegkreuzungen geben. Wir klären Ihre Motivstruktur und geben Ihnen als Pfadentscheider-Werkzeug das Zielfernrohr an die Hand.
Folge 6 Was tue ich und was sollte ich tun? Zum Abschluss der Vergangenheits-Analyse werfen wir einen Blick auf die Tätigkeiten und Aktionen, die sie bisher realisieren. Passen Sie zu dem, was wir über Sie herausgefunden haben? Welche Aktionen sollten die Zukunft prägen?
Zukunft Folge 7 Die nahe Zukunft, einfach mal weitergedacht Wir lernen die erste Zukunftsmethode kennen, das Forecasting mit dem Ansatz der Explorativen Voraussage. Wir analysieren, was ihre “Zukunftsdenke” bisher eigentlich ist und wie das eher von Konzernen und Regierungen bekannte Werkzeug des Forecasting für den Umgang mit Lebensentwürfen funktioniert.

Trends, Events, Strukturen, hier lernen wir kennen, was viele Menschen für die Zukunftsforschung an sich halten. Und ich erzähle etwas über Strände und Wellen. Am Strand.

Folge 8 Umweltanalyse – Die Faktoren Der Weg in die Zukunft ändert sich nicht, wenn es nicht Faktoren gibt, die Einfluss ausüben. Diese kommen in der Regel aus der Umwelt. Deshalb müssen wir ein Verfahren haben, die für uns relevante Umwelt zu betrachten.
Folge 9 Szenario – Ganz normales Leben Ihr erstes Szenario! Ganz im Geiste des Forecasting skizzieren Sie Ihr Leben in der Zukunft, als wenn sich im Kern nichts ändern würde.
Folge 10 Sie, das dynamische System: Treiber und Loops Wäre es nicht spannend für Sie, Ihre persönlichen Loops und Hebel zu kennen? Wie, Sie wussten noch gar nicht, dass Sie sowas haben? Ist aber so, Sie als Persönlichkeit sind ein hochdynamisches System, und dynamische Systeme haben so etwas! Wieso sollten Unternehmen wie Google mit “Engelskreisen” arbeiten (eine positiv verstärkende Loop) und Sie nicht?
Folge 11 Der Kegel des Möglichen – Szenarien aufspannen Es gibt mehr als ein Szenario, weil die Zukunft offen ist. Wir beginnen, den Kegel des Möglichen einzugrenzen, mit denWorst Case/ Best Case-Szenarien.
Folge 12 Persönliche Planung Forecasting im Konzern mündet in der Planung. Also schließen wir den Kurspart über Forecasting mit Ihrer persönlichen Planung ab und nutzen dabei die bisher erstellten Szenarien.
Folge 13 Reality is an option Es gibt eine Zukunft jenseits des Forecasting, denn das Spiel, in dem wir spielen bleibt nicht immer dasselbe. Ab hier reden wir im Kurs von Game Changern, von Innovation und Kreativität. Wir lernen Tools wie das Futures Wheel, die Rolle von Krisen und Problemen, Design Thinking und Wild Cards kennen. In dieser Folge starten wir mit der Reise in alternative Realitäten mit dem Futures Wheel!
Folge 14 Design Thinking In einer kreativen, offenen Zukunft ist es zur Ideenfindung oft praktischer, mit Problemen anzufangen, statt mit Zielen oder Geistesblitzen. Design Thinking präsentiert wirkungsvolle, spielerische Tools dafür.
Folge 15 Design your life Wir verwenden Ansätze aus dem berühmten Stanford-Kurs “Designing your life” für unsere Zukunftsideen und räumen mit Mythen wie der “endgültigen Entscheidung” auf.
Folge 16 Let´s get wild Wild Cards bringen gerne sorgfältig aufgesetzte Pläne zu Fall. In dieser Folge setzen wir Innovation Wilds in unserer Timeline dafür ein, um mehr Möglichkeiten in der Zukunft zu haben. Außerdem lernen wir Backcasting kennen, wodurch die Möglichkeiten der Zukunft unsere Gegenwart steuern.
Folge 17 Science Fiction Lebenslauf Das Szenario Ihres Lebens in dieser Folge des Kurses ist das völlige Gegenmodell der bisherigen. Es geht davon aus, dass ALLES anders wird. Und das tiefgreifend und radikal. Der Kegel wird weiter.
Folge 18 Sich immer neu erfinden In einem kreativen, offenen Entwicklungsprozess können Sie selbst auch Glaubenssätze entwickeln, die Sie zu einem Miterfinder und -erschaffer der Zukunft machen.
Folge 19 Normatives Vorgehen und normative Szenarien Wir lernen die andere große Vorgehensweise der Zukunftsforschung kennen, das normative Aufstellen von Wunschzukünften. Die Folge klärt, wie Sie Ziele, Visionen, und Wünsche ausformulieren und partizipatorische Verfahren nutzen um Zukünfte zu erstellen und zu promoten.
Folge 20 Wunschzukünfte und -Szenarien Als Krönung fließen Ihre Wunschzukünfte als Szenarien in den Kegel ein.
Folge 21 Go – Creating the future Der fulminante Abschluss: Ihre Roadmap. Und dann geht es los in Ihr zukünftiges Leben.

Die Podcasts können Sie auch hier bei iTunes abonnieren und das Arbeitsmaterial zu den Folgen finden Sie wie hier.

Wilde Science Fiction Lebensläufe

In der neusten Folge des Zukunftskurses entwickeln wir für Ihr persönliches Leben ein völlig neuartiges Szenario. Spann bisher das Forcasting die Geschichte Ihres Lebens mehr oder minder unterhaltsam in die Zukunft weiter, betreiben wir ab jetzt Backcasting. Wir erfinden eine Zukunft, in der viele ungeahnte Entwicklungen ein völlig neues Spiel ermöglichen oder eine besonders wünschenswerte Zukunft, ohne zuerst darauf zu achten, ob das besonders wahrscheinlich ist. Diese wilden Zukünfte erzeugen dann in unserer Gegenwart einen Sog des Möglichen und einen Sog des Wünschenswerten.
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Im Zukunftskurs gehen wir das in zwei Schritten an:
  1. Wir überlegen uns Wildcards und setzen Sie in die Events unserer Timeline ein. Wildcards kommen überraschend, sind nicht vorhersagbar (was nicht heißt, dass man sich keine einfallen lassen kann). Und sie haben enorme Wirkung. Wildcards sind die Knaller-Events, Dinge und Ereignisse, die umwälzend sind. Wildcards verändern unsere Welt und unser Weltbild, die Spielregeln, das woran wir glauben. Das, worauf wir uns verlassen. In unserer Timeline konzentrieren wir uns dabei auf – wie ich sie nenne – Innovation Wilds. Sie bündeln die Rolle der Innovation bei den Wildcards, der Erfindungen, der Enabler. Zu den Entwicklungen, die uns plötzlich ungeahnte Möglichkeiten an die Hand geben, auch Möglichkeiten, unser zukünftiges Leben anders zu gestalten. Zu Innovationen, die radikal andere Vorgehensweisen ermöglichen. Mein Podcast DAZ Nummer 101 “Let´s get wild” erklärt, wie man diese Wildcards findet und wie sie Einzug in Ihre Timeline finden und wie man Wildcards “mit Vorsatz” erfindet.
  2. Wir beschreiben ein Szenario, in dem alle diese Wildcards eintreten, die uns zu einer phänomenalen Zukunft verhelfen. Einen zukünftigen Lebenslauf, bei dem Science Fiction Helden wie Perry Rhodan blaß werden. Diese Geschichte eines Tags in zwanzig Jahren, bei dem alles anders ist, großartig und bombastisch, entwerfen wir in Podcast DAZ Nummer 102 “Science Fiction Lebenslauf”.
Die Übungsunterlagen zu den Podcasts finden sich in der “Ihre Zukunfts Story” Ausgabe für Folge 13 bis 16.
Im Podcast verspreche ich ein paar Quellen zu nennen, bei denen man sich bedienen kann, um auf mehr schräge Wildcards für die eigene Backcastingtimeline zu kommen. Diese Quellen sind natürlich beständig im Fluss, ich werde neue hinzufügen, wenn mir spannende Aufzählungen auffallen.
Wenn Ihnen noch weitere ergiebige Quellen begegnen, immer gerne hier in die Kommentare. Auf das wilde Backcasting Timelines blühen.

100 Sendungen Abenteuer Zukunft!

“Das Abenteuer Zukunft” wurde gestartet, um auf eine optimistische, chancenbetonte Art über die Möglichkeiten der Zukunft zu berichten. Und das nicht, weil ich die Kehrseiten mancher Entwicklungen nicht kennen würde, sondern weil sich die deutschsprachigen Medien ausschließlich auf diese Seite warfen und wir auf diese Weise nur die negativen Möglichkeiten wahr machen würden. So spricht Abenteuer Zukunft eher von einem kommenden Zeitalter des Reichtums (DAZ 42), das andere Hypezeitalter wie die Renaissance in den Schatten stellen wird, und von einer Rückkehr der legendären 20er Jahre in wenigen Jahren (DAZ 66) aber mit ganz anderer Größenordnung.

 

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Dazu passend bin ich viele Themen in diesen 100 Sendungen auf ungewöhnliche, teils radikale Weise angegangen, nicht, um damit die Zukunft vorherzusagen, sondern um meine Zuhörer auf ungewöhnliche Ideen zu bringen, mit denen sie selbst eine spannende Zukunft miterschaffen können:

 

  • über eine Medizin der Zukunft, in der Zähne nachwachsen (DAZ 03) und Organe einfach nachproduziert werden  (lange bevor Unternehmen wie Organovo das umzusetzen begannen) oder den Körper der Zukunft, bei dem wir ein paar Features upgraden (DAZ 24),
  • über die Zukunft der Ernährung, in der Slow Food, Smart Food, Molekularküche, Gentechnik und gastronomischer Genuss schräge Allianzen eingehen und wir zum grünen Mann mutieren, der nur essen muss, wenn es ihm Lust bereitet (DAZ 11),
  • über eine Politik der Zukunft, die sich fragt, ob wir Bürger noch Parteien oder Parlamente brauchen (DAZ 16 im Jahr 2006, vor Finanz- und Schuldenkrise) oder ob man nicht direkt eigene Staaten gründet (Seeluft macht frei, DAZ 54),
  • über den Sex der Zukunft, bei dem wir Roboter als lernfähige Partner gewinnen und uns noch ein paar Geschlechter zulegen, da uns nur zwei zu wenige Kombinationsmöglichkeiten sind (DAZ 57),
  • über Sport der Zukunft (DAZ 35), wobei harmlos darüber geplaudert wurde, ob Doping nicht die normalste Sache der Welt sein könnte,
  • über Langlebigkeit, die mit dem Patchworkleben (DAZ 43) mehrere klassische Karrieren und Lebenswege in einem Leben bietet,
  • den Weltraumtourismus, der uns normalen Menschen den Weg ins All ermöglicht (DAZ 65) ,
  • oder über das Kino und Gaming der Zukunft, das direkt in unsere Träume eingespielt wird (DAZ 89).
Ein Leitmotiv bei “Das Abenteuer Zukunft” sind die Enabler, also Innovationen, mit denen wir die Spielregeln, auf denen unsere Gesellschaft beruht nachhaltig verändern können. Deshalb funktionieren alte Kochrezepte, mit denen unsere Industriegesellschaft gewachsen ist so oft nicht mehr. Ein typische Beispiel für so einen Enabler ist der oft erwähnte Nanofabricator in der Garage, also ein Apparat, der bei mir zuhause in der Garage in einer mystischen Blubberbrühe alles produziert, was ich mir wünsche und als Blueprint aus dem Internet downloaden kann: von Handies über Steaks bis zu ganzen Autos. Und auf diese Weise klassischen Welthandel und Kostenvorteile zunichte macht. 2006 war das eine kaum vorstellbare Annahme, heute weiß durch das Maker Movement und die 3D-Drucker jeder, wovon die Rede war.
DAZ 69 “Post Scarcity und Robot Society” schildert genau die Gesellschaft, in der überragende Produktionsmethoden klassische Industrie überflüssig machen oder die Idee, dass man etwas kaufen müsste. Die Sendung war 2009, hierzulande tourte Jeremy Rifkin letztes Jahr durch die Diskussionskreise mit Zero Margin Society und die Medien hörten zu. Die ebenfalls seit letztem Jahr heftig tobende Diskussion über Robotisierung  und die Vernichtung von Arbeitsplätzen habe ich schon früh thematisiert: in “Hyperhumanismus” (DAZ 53).
Aber mein Lieblingsleitmotiv während all dieser Jahre und eine der Kernwerte aller dieser Sendungen ist die Wiederermächtigung des einzelnen Menschen im Verhältnis zu Experten, Organisationen oder Regierungen und der immense Wert, der in einer globalen Vernetzung dieser individuellem kreativen Potentiale liegt. Systematisch bin ich in vielen Sendungen durchgegangen, auf welchen Gebieten der Einzelne, elegant durch die Digitalisierung mit Gleichgesinnten vernetzt, seine Unabhängigkeit wiedergewinnt und für uns alle Außerordentliches bewirkt:

 

  • In “Die Rückkehr der Dilettanten” (DAZ 23) zeige ich, dass begeisterte Nicht-Profis in vielen Feldern mehr leisten können als Profis, weil sie über das Internet das Wissen der Welt zur Verfügung haben und sich für ihre Liebhaberei alle Zeit der Welt nehmen können. Sie tun nur, was sie für richtig und gut halten, Marktforschung oder Expertenmeinungen interessiert sie nicht.
  • “Länger ist doch besser” (DAZ 40), die Sendung über den “Long Tail” bot dann für diese “Nischeninteressierten” den passenden Vermarktungsmechanismus. Was brauchen wir Experten und Bestsellerlisten, wenn wir genau das finden und erwerben können, was nur uns interessiert und beglückt?
  • In “Social Lending” (DAZ 41) geben sich die unabhängigen aufgeklärten Einzelnen gegenseitig Kredit. Und fragen sich, wozu man eigentlich so Dinge wie Banken, Internationale Kreditgeber und ähnliches braucht, wenn die doch gar nicht wissen, wie ich ticke?
  • “Kluger Kopf oder dummer Masse” (DAZ 44)  zusammen mit  “Prediction Markets” (DAZ 74) beschäftigt sich mit dem ungünstig “Wisdom of Crowds” betitelten Phänomen. Denn es ist ja gerade keine Masse, sondern die vernetzte Wirkung von Individuen, die sich so einer Massenmeinung entziehen können. Und es zeigt sich, dass diese vernetzte Intelligenz treffsicherer ist als Hierarchien und Elitenclubs.
  • “Open Source Hardware” (DAZ 55) macht mit dem Glaubenssatz Schluss, diese “Social”-Ideen würden nur für Ideen und Software gelten. Open Source macht sich daran, die Welt dessen was uns umgibt zu übernehmen und die Blueprints der zukünftigen Produkte in Gemeinschaftsarbeit zu erschaffen.
  • “DIY Bio” (DAZ 61) eröffnet dasselbe Feld für die Biologie und sieht das keinesfalls als eine Geringschätzung des Lebendigen, sondern im Gegenteil. Wie der PC “Power to the people” im Vergleich zu Großrechnern war, ist der individuelle Zugang zur Biowissenschaft eine Rückeroberung.
  • “Materialismus” (DAZ 62) spinnt den Gedanken weiter. Wenn wir Hardware nach Bedarf erschaffen können und Wissen immer im Zugriff haben, wofür brauchen wir die ganzen materiellen Güter eigentlich noch? Aber statt dadurch asketisch werden zu wollen, propagiert die Sendung den Reichtum an Möglichkeiten. Wir brauchen nur noch Zugang und nutzen das Potential der ganzen Welt. Jahre später reden auch die klassischen Medien über die Shared Economy, die  beginnt , diese Ideen wahr zu machen.
  • “Wir sind das Studio” (DAZ 63) schildert die veränderten Produktionsbedingungen in der Musik- und Filmindustrie. Da die für das Austoben der Kreativität nötige Technologie heute sehr preiswert zur Verfügung steht, werden wir unabhängig von Sendern und Meinungsmonopolen. Wir können podcasten, youtuben, Nachrichten produzieren, Bücher publizieren, elektronische Musik für die Clubs der Welt mischen. Und sind nur uns selbst verantwortlich.
  • “Cyberdropouts” (DAZ 64) spricht von der geographischen Befreiung. Durch die Vernetzung können wir leben wo wir wollen und gleichzeitig an einer völlig anderen Stelle der Welt arbeiten. Wir müssen nicht mehr in ungeliebte Großstädte oder gehypte In-orte, sondern leben da, wo es uns gut tut und mischen trotzdem an vorderster Front mit. Etwas, was “Landlust” bis heute nicht in letzter Konsequenz kapiert hat.
  • “Kleine Schritte für uns” (DAZ 67) besucht die Part Time Scientists, also das deutsche Team beim Google X-Price, die einen Rover auf den Mond bringen wollen. Was zeigt, dass selbst die großen, menschheitsbewegenden Projekte mittlerweile durch vernetzte Einzelne gestemmt werden können.
  • Ebenso “Citizen Science” (DAZ 78), wo wir anhand des Crowdfunding-Projekts uBiome erfahren, dass auch große Forschungsprojekte durch die digitale Zusammenarbeit der Engagierten aufgesetzt werden können. Was uns unabhängig von Regierungen oder anderen klassischen Geldgebern macht, was dafür sorgt, dass Geld in Dinge fließt, deren Erforschung uns wichtig ist.
Die Zukunft wird von jedem Einzelnen geschaffen und durch die Nutzung der Enabler-Technologien und durch elegante Vernetzung transzendieren wir bisherige Organisationsstrukturen der Menschen, wie Hierarchien oder Expertokratien.
Als eines der aktuellen Projekte entwickele ich bei Abenteuer Zukunft folgerichtig einen Kurs, der Nutzern die Tools und Techniken der Zukunftsforscher, Forecaster, Foresighter, Futuristen, Designer und strategischer Planer an die Hand gibt, um mit angepassten Varianten dieser Methoden das eigene Leben zu entwerfen und dabei zu helfen, eine spannende, vielfältige Zukunft für uns alle zu erschaffen.

Im hundertsten Podcast unterhalten sich Hans-Jürgen Walter – der Begründer des Portals “Das Abenteuer Leben” – und ich über die Hintergründe und weiteren Perspektiven des Podcast. Hören Sie hier mal rein.

Der im Podcast erwähnte CV mit der Story meiner bisherigen Aktivitäten findet sich hier:

 

Einstieg in alternative Realitäten

Eine meiner liebsten Techniken in Seminaren ist das Futures Wheel. Im Kern ist es eine fast erschreckend simple Vorgehensweise: Ich betrachte einen Event und überlege mir, was die Folgen dieses Events sind und das in mehreren zeitlichen Wellen. Sie können sich das wie bei einem Stein vorstellen, der in einen Teich geworfen wird. Sie sehen die Wellenfronten, die sich vom Eintrittspunkt an ausbreiten.

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Das Auftreffen des Steins ist für den Teich ein Event, aber in Zukunftsseminaren können das natürlich beliebige Events sein, wie die Entwicklung einer neuen Technologie oder ein politisches Ereignis. Die Vorgehensweise ist mindmapartig: Zuerst überlegt man sich die direkten Konsequenzen und malt die strahlenförmig vom Ausgangspunkt ein. Jede dieser Konsequenzen wird dann ein neuer Ausgangspunkt, ein neuer Event, der selbst wieder Effekte nach sich zieht.

In meinen Seminaren arbeite ich z.B. immer mit Events, die an einem Freitag passieren. In der ersten Welle beschreiben die Teilnehmer dann, was als Effekt am Montag darauf passiert und in der nächsten Konsequenz nach fünf Jahren.

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Die Ideensammlung zum Futures Wheel (wieso das Rad heißt, müsste so langsam klar sein) kann in freier Assoziation durchgeführt werden wie beim Mindmapping. In einigen professionellen Seminaren, gerade im Bereich der Politik, wird aber mit Kategorien vorsortiert, wie im folgenden Bild (nach Jerome Glenn). Das ist strukturierter im Vorgehen und einige Teilnehmer kommen so auch auf mehr Ideen.

augmentedwheel

Ein Futures Wheel kann am Flipchart entstehen, mit einem Mindmapping-Tool oder allen anderen klassischen Moderationstools (her mit den bunten Karten …). Aber es geht auch multimedialer und im großen Stile kollaborativ. Ein hervorragendes Beispiel dafür war “World without Oil“. In dieser Onlinesimulation, oder auch Alternate reality game, nahmen die Teilnehmer an, es würde von einem Tag auf den anderen kein Öl mehr auf der Welt geben. Sie schrieben über 32 Tage Blogbeiträge in Tagebuchform, drehten Videos, produzierten Radiosendungen aus der Welt ohne Öl und schufen so ein gigantisches multimediales Futures Wheel im Internet, das die Wellen nach einem dramatischen Event verdeutlichte.

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Futures Wheels können innerhalb von Forecasting und Foresight eingesetzt werden, um innerhalb des Kegels der Möglichkeiten die verschiedenen Wege nach einem Ereignis aufzuspüren. Oder um Szenarien mit zusätzlichen Details zu versehen und mehr zukünftige Ereignisse als Basis für eine strategische Planung aufzuspüren.

Meine Anwendung des Futures Wheel ist ein wenig speziell. Bei mir dient es zum Übergang vom klassischen Forecasting, mit seinen fast linearen Verlängerungen der Gegenwart, hin zum kreativen, erfinderischen Umgang mit der unbekannten, offenen Zukunft. Es ist für mich ein elegantes Tool, mit Teilnehmern Umbrüche und Revolutionen ins Spiel zu bekommen, und das auf eine spielerische Weise.

Dazu führe ich noch ein kleines zusätzliches Element ein und das schon ganz am Anfang. Ich erforsche vorher mit den Teilnehmer die Kernglaubenssätze ihres Umfelds, ihrer Branche, ihres Unternehmens. Die Regeln und Erfahrungen, die jeder für bewährt oder sogar unumstößlich hält. Also die Glaubenssätze, die die Welt der entsprechenden Menschen zusammenhalten. Habe ich die herausgefunden, setze ich einen Event in den Kern des Futures Wheel, bei dem sich der entsprechende Glaubenssatz an einem Freitag schlagartig ins Gegenteil verkehrt. Alles was der Teilnehmer für wahr gehalten hat ist jetzt plötzlich falsch. Und mit dem Futures Wheel testet er aus, was das bewirkt.

Wieso dieses rabiate Vorgehen? Viele Vorläufer aus der Kreativitäts- und Zukunftsszenerie haben schon beschrieben, dass für Menschen ein “Reset” ein sehr schwieriges bis unmögliches Unterfangen ist. Wir sind durch unsere Glaubenssätze und Erfahrungen, gerade durch die, die uns erfolgreich gemacht haben in unserer Sicht beschränkt. Wollen wir über Neues nachdenken, müssen wir zumindest für einen Moment aus diesen “Areas of influence” wie sie de Bono nannte heraus.

Eine Technik dafür ist da sogenannte Assumption Reversal nach Frans Johansson (“Medici Principle”): Ich nehme eine Grundannahme, drehe sie um und versuche, mir einen Reim auf das zu machen, was sich ergibt. Genau das ist mein Ansatz beim Futures Wheel: den bestimmenden Kernglaubenssatz nehmen, ihn als Reversal ins Gegenteil zu verkehren und mir durch die verschiedenen Wellen an Folgen einen Reim darauf zu machen.

Die rabiate Variante hat zwei mögliche Ergebnisse;

  • sie liefert zahlreichen Input für einen Plan B auf der Basis eines Worst Case Scenario in der strategischen Planung. Ich denke mich zutiefst darin ein, was so alles passieren kann…
  • beim Betrachten der Folgewellen in der Zukunft stelle ich fest, dass sich dort Chancen entwickeln, an die ich bisher noch gar nicht gedacht habe. Der traumatische Event ermöglicht mir also eine Entwicklung zu etwas Neuem, vielleicht sogar zu etwas Besserem als zuvor.

Gerade dieser letzte Aspekt fasziniert mich und zeigt oft erstaunliche Wirkung in Seminaren. Schließlich spielen manche Teilnehmer hiermit ihren persönlichen, zumindest beruflichen Alptraum durch, nur um festzustellen, dass sich danach eine weite Zukunft öffnet. Genau deshalb öffnet das Futures Wheel in Zukunftsseminaren und im Zukunftscoaching auch die Welt hin zu Umbrüchen und radikal neuen Lösungen.

In diesem Blog habe ich ja schon zahlreiche Beispiele gebracht, in denen erst ein alter Glaubenssatz aufgelöst werden musste, bevor das Neue enstehen konnte, wie z.B. die Kanonenstory, “Tod durch Dogma” oder die Nadel, die alles veränderte.

In unserem Kurs für Ihre persönliche Zukunft setzen wir das Futures Wheel ebenso für den Übergang vom Forecasting hin zur kreativen, wilden Zukunft ein. Sie können immer wieder das Futures Wheel innerhalb des Kegels der Möglichkeiten einsetzen, später den Effekt von Wild Cards durchspielen oder, wie in der Übung in der neuen Folge des Kurses, um für einen Moment die fundamentalen Spielregeln ihres Lebens zu hinterfragen.

Hören Sie die neue Folge in “Das Abenteuer Zukunft”: DAZ 97 – Reality is an option

Ihre Zukunft im Kegel der Möglichkeiten (DAZ 94)

Ein Kegel mit allen Erlebnissen und Ressourcen der Vergangenheit bündelt sich in der Gegenwart, ein zweiter Kegel öffnet sich weit in die Zukunft und beinhaltet alle möglichen Entwicklungen für Ihr Leben. Der Kegel der Möglichkeiten wurde schon in Sendung 39 – Sechs Regeln des Forecasting – vorgestellt.

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Im Kegel der Möglichkeiten finden sich verschiedene “Sorten” Zukünfte: Alle möglichen, die plausiblen und die wahrscheinlichen.

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Hier verwenden wir den Kegel der Möglichkeiten im Zukunftskurs, als Tool für Ihre Roadmap, um das eigentlich Unvoraussagbare einzugrenzen und greifbarer zu machen.

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Wir tasten uns in der neuen Folge des Podcasts auf zwei Arten in die Weite des Kegels der Möglichkeiten:

  • In der Gegenwart starten die verschiedenen Wege in die Zukunft, die sich an Entscheidungspunkten (“Events”) verzweigen. Mit den Einflussfaktoren auf die Trends, die wir in den vorherigen Folgen herausgearbeitet haben, können wir damit spielen, wie diese Wege in die Weite der Möglichkeiten laufen.
  • Am Zeithorizont (z.B. in zehn Jahren) bilden wir verschiedene Szenarien, um die Möglichkeiten zu diesem Zeitpunkt zu beschreiben. Sie sind plausibel und wir kennen die Wege, die zu ihnen führen. Mehr zu Szenarien erfahren Sie in vielen der Podcast-Sendungen oder als Beispiel in der Studie zur Zukunft des Automobilhandels.

Im Zukunftskurs entwickeln wir zwei zusätzliche Szenarien, das Worst Case und das Best Case Szenario. Zusammen mit dem Szenario “Ganz normales Leben” haben Sie also schon drei Versionen Ihrer Zukunft im Kegel der Möglichkeiten beschrieben!

Mehr zu diesen Themen im neuen Podcast.

Die neue Folge von “Das Abenteuer Zukunft” können Sie hier downloaden oder am besten direkt bei iTunes abonnieren.

Und denken Sie an das Übungsmaterial, damit Sie auch direkt im Kegel der Möglichkeiten auf Reisen gehen können!

DAZ 93 Zukunftskurs: SIE, das dynamische System!

Wäre es nicht spannend für Sie, Ihre persönlichen Loops und Hebel zu kennen?

Wie, Sie wussten noch gar nicht, dass Sie sowas haben? Ist aber so, Sie als Persönlichkeit sind ein hochdynamisches System, und dynamische Systeme haben so etwas …

Wieso sollten Unternehmen wie Google mit “Engelskreisen” arbeiten (eine positiv verstärkende Loop) und Sie nicht?

Daher lernen Sie in der neuen Folge des Zukunftskurses mit System Dynamics und Modellierung ein weiteres Tool der Zukunftsforschung kennen, dass Sie für das Design Ihres zukünftigen Lebenswegs einsetzen können.

Die Denkrichtung der dynamischen Systeme hat in der Zukunftsforschung Tradition. Jay Forrester, ein Pionier des Computerzeitalters, begann in den 50er Jahren mit der Simulation komplexer Zusammenhänge, gerade für die Politikberatung. Und förderte – wie es beim Umgang mit dynamischen Systemen immer wieder typisch ist – kontraintuitive Ergebnisse zutage. Wie, dass der Bau von mehr Straßen die Staus intensiviert statt sie zu reduzieren und der Bau von Sozialwohnungen manchmal die Armut steigert.

Von seinen Schülern wurde eine Studie aufgesetzt, die mit einem “Weltmodell” spielte und eine der ersten weltweit bekannten Aktivitäten der Zukunftsforschung darstellte: Die Grenzen des Wachstums. Obwohl als “Voraussage” umstritten, steht der Bestseller am Anfang nicht nur der wachsenden Umweltbewegung, sondern auch einer fruchtbaren Entwicklung der Erforschung dynamischer Systeme.

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Frederic Vester wendete die Methodik des systemischen oder vernetzten Denkens in Deutschland gerade dafür an, mit Software und Spielen wie Ökolopoly die komplexen Zusammenhänge ökologischer Systeme erlebbar zu machen und mit Moderations- und Entscheidungstools Gespräche über dynamische Systeme zu starten. Denn die sind deutlich schwieriger zu vermitteln und zu besprechen, als “geradlinige Zusammenhänge”…

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Paul Watzlawick oder Diedrich Dörner wendeten den systemischen Ansatz in der Psychologie an. Dörner entwarf auch zahlreiche Simulationsspiele, in denen gezeigt werden konnte, wie schwer sich Menschen in komplexen Systemen tun, man könnte auch sagen, wie sie grandios scheitern. Spiele wie Tanaland vermittelten dramatisch in der Simulation, wieso Hilfsprojekte in Entwicklungsländern so oft eine erschreckend andere Wirkung haben als beabsichtigt.

Aber wieso muss man sich in der Zukunftsforschung überhaupt mit dynamischen Systemen beschäftigen?

Nun, allzu oft sehen ja Forecasts nach wie vor so aus:

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Dieses lineare Fortschreiben in die Zukunft basiert auf der Annahme, dass der Zusammenhang dieser jeweilig gezeigten Entwicklung so ist:

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Ein Faktor treibt die Entwicklung und das direkt und linear. Aber reale Ökosysteme oder soziale Systeme sehen eher so aus:

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Unzählige Faktoren beeinflussen sich gegenseitig, es gibt Rückkopplungsschleifen und nicht eine Wirkung, sondern viele. Und genau deshalb liegen die klassischen Forcasts und die darauf beruhenden Planungen so häufig völlig daneben. Die lebendigen, chaotischen, kreativen Entwicklungen, die den Weg auf unserem Planeten ausmachen, werden völlig ignoriert und plattgebügelt.

System Dynamics und die Tools für Modellierung und Simulation ermöglichen, sich trotz der auf den ersten Blick chaotischen Zustände sinnvoll mit komplexen Systemen zu beschäftigen und damit auch zu verwendbaren Zukunftsaussagen und Planungen zu kommen.

Ebenso bei dem Thema, das uns im Zukunftskurs beschäftigt, nämlich Ihre persönlichen Zukunft. Auch hier würde eine Planung, die das wunderbar komplexe Gebilde Ihres Lebens geradlinig angeht ziemlich sicher Unsinn hervorrufen. Also sollten auch Sie Tools in die Hand bekommen, spielerisch mit der Dynamik umzugehen. Im neuen Podcast bekommen Sie eine Einführung. Wir lernen Tools wie die Causal Loops Diagramme kennen, Verwandte der Mindmaps. Hier ein Beispiel für ein solches Diagramm für den persönlichen Bereich. Es zeigt den Zusammenhang der Faktoren, die damit zu tun haben, ob ich eine Seminararbeit, die ich zu erledigen habe, abschließe und wie. Und wir sehen die Loops, die das Vorhaben bremsen oder fördern. Gerade die griffig formulierten Loops geben uns ein Gespür dafür, an welchen Rädchen man bei einem System, bei einem Thema oder Problem drehen kann.

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Mehr zu diesem Modell und wie man selbst zu “dynamischen Hypothesen” zu eigenen Fragen kommt im neuen Podcast.

Man kann solche Causal Loops natürlich mit Papier und Bleistift oder einem Zeichenprogramm aufstellen, es gibt aber auch Softwarepakete dafür, ich selbst arbeite mit Vensim, gerade in Deutschland ist der iModeler von Consideo verbeitet, der auch einen systematischen Prozess in der Software abbildet, wie man von den einzelnen Faktoren zu den Modellen kommt.

Die neue Folge von “Das Abenteuer Zukunft” können Sie hier downloaden oder am besten direkt bei iTunes abonnieren.

Und denken Sie an das Übungsmaterial, damit Sie auch sofort mit der Roadmap in Ihre Zukunft beginnen können.