Wilde Science Fiction Lebensläufe

In der neusten Folge des Zukunftskurses entwickeln wir für Ihr persönliches Leben ein völlig neuartiges Szenario. Spann bisher das Forcasting die Geschichte Ihres Lebens mehr oder minder unterhaltsam in die Zukunft weiter, betreiben wir ab jetzt Backcasting. Wir erfinden eine Zukunft, in der viele ungeahnte Entwicklungen ein völlig neues Spiel ermöglichen oder eine besonders wünschenswerte Zukunft, ohne zuerst darauf zu achten, ob das besonders wahrscheinlich ist. Diese wilden Zukünfte erzeugen dann in unserer Gegenwart einen Sog des Möglichen und einen Sog des Wünschenswerten.
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Im Zukunftskurs gehen wir das in zwei Schritten an:
  1. Wir überlegen uns Wildcards und setzen Sie in die Events unserer Timeline ein. Wildcards kommen überraschend, sind nicht vorhersagbar (was nicht heißt, dass man sich keine einfallen lassen kann). Und sie haben enorme Wirkung. Wildcards sind die Knaller-Events, Dinge und Ereignisse, die umwälzend sind. Wildcards verändern unsere Welt und unser Weltbild, die Spielregeln, das woran wir glauben. Das, worauf wir uns verlassen. In unserer Timeline konzentrieren wir uns dabei auf – wie ich sie nenne – Innovation Wilds. Sie bündeln die Rolle der Innovation bei den Wildcards, der Erfindungen, der Enabler. Zu den Entwicklungen, die uns plötzlich ungeahnte Möglichkeiten an die Hand geben, auch Möglichkeiten, unser zukünftiges Leben anders zu gestalten. Zu Innovationen, die radikal andere Vorgehensweisen ermöglichen. Mein Podcast DAZ Nummer 101 “Let´s get wild” erklärt, wie man diese Wildcards findet und wie sie Einzug in Ihre Timeline finden und wie man Wildcards “mit Vorsatz” erfindet.
  2. Wir beschreiben ein Szenario, in dem alle diese Wildcards eintreten, die uns zu einer phänomenalen Zukunft verhelfen. Einen zukünftigen Lebenslauf, bei dem Science Fiction Helden wie Perry Rhodan blaß werden. Diese Geschichte eines Tags in zwanzig Jahren, bei dem alles anders ist, großartig und bombastisch, entwerfen wir in Podcast DAZ Nummer 102 “Science Fiction Lebenslauf”.
Die Übungsunterlagen zu den Podcasts finden sich in der “Ihre Zukunfts Story” Ausgabe für Folge 13 bis 16.
Im Podcast verspreche ich ein paar Quellen zu nennen, bei denen man sich bedienen kann, um auf mehr schräge Wildcards für die eigene Backcastingtimeline zu kommen. Diese Quellen sind natürlich beständig im Fluss, ich werde neue hinzufügen, wenn mir spannende Aufzählungen auffallen.
Wenn Ihnen noch weitere ergiebige Quellen begegnen, immer gerne hier in die Kommentare. Auf das wilde Backcasting Timelines blühen.
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Die Fusion von Journalismus und Science Fiction

Science Fiction ist die einzig richtige Art über die Zukunft zu reden. Das ist eine Überzeugung, zu der ich schon recht früh in meiner Karriere kam. Statt immer wieder aufgrund bestehender Glaubenssätze zu planen und dabei regelmäßig “zu kurz zu springen”! Wer Sätze wie “Jede Aussage über die Zukunft die nicht lächerlich klingt ist ziemlich sicher falsch” zu seinem Glaubenssystem rechnet, landet folgerichtig bei der Science Fiction, die sich zum Ziel gesetzt hat, jede Möglichkeit fröhlich durchzutesten und auszufabulieren.

Nur hat Science Fiction gerade in Deutschland einen anderen Ruf. Das ist eben “Unterhaltung”, nichts Seriöses, Praktisches, Konkretes. Zu meiner Jugendzeit wurde sie “Fluchtliteratur” genannt und der davon Süchtige dazu aufgefordert, sich mit den “wirklichen” Problemen des Alltags zu beschäftigen. Dass man einige Probleme des Alltags nur mit einem sehr weiten und offenen Blick angehen kann, kam den Kritikern nicht in den Sinn. Eigenartig nur, dass gerade dem Militär und den Geheimdiensten dieser Zusammenhang sehr wohl klar war und Organisationen wie die DARPA stolz verkündeten, “dass ihre besten Projektmanager Science Fiction Autoren seien“.

Dass in den deutschen Medien eher zögerlich mit der Zukunft umgegangen wurde, war eine der Gründe für den Start von “Das Abenteuer Zukunft”. Obwohl wir mit Regisseuren wie Rainer Erler auch Medienschaffende hatten, die Science Fiction zur öffentlichen Diskussion brennender gesellschaftlicher Fragen der nahen Zukunft einsetzten, fehlte der Wille und der Spaß am gezielt durchgeknallten Denken, um uns alle weiterzubringen. Plattformen die das fördern haben daher schon immer meine Sympatie.

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Heute stieß ich auf Kickstarter auf ein spannendes Projekt (THX Sara Robinson), bei dem ich direkt Backer werden musste: Scout ist eine Community, die Journalismus und Science Fiction verschmilzt. Die Idee: Die Community nimmt sich ein aktuelles (sprich der nahen Zukunft) Thema vor wie z.B. “Wie wird Automatisierung die globale Wirtschaft prägen?”. Die Scout-Autoren und die Community schreiben darüber und veröffentlichen Informationen gebündelt mit Science Fiction Stories. Um die Vielfalt der Meinungen zu präsentieren und die Debatte offen zu halten, gibt es zusätzliche Videodebatten. Alles sehr vielversprechend, schließlich sind prominente Science Fiction Autoren wie Greg Bear und David Brin mit dabei.

Ich bin gespannt, das passt hervorragend zu meinen Aktivitäten und Zukunftsplänen beim Zukunftskurs. Alleine schon der Spruch: “Wenn die Army und die CIA einen Futurist in Residence haben, verdienen Sie auch einen!”.

DAZ 85: Global Show – Ivor Hartmann

Es begann mit der naiven Frage, ob es in Afrika eigentlich Science Fiction gibt. Und wenn, ob sie sich deutlich von der gewohnten vor allem angelsächsisch geprägten Variante unterscheidet. Als Antwort fiel mir der Kurzgeschichtenband AfroSF in die Hand, mit afrikanischen Autoren und Geschichten so vielfältig wie der afrikanische Kontinent.

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Ein ideales Thema für die Reihe Global Show, die sich ja mit Zufunftsforschern und Science Fiction Autoren weltweit beschäftigt. In der heutigen Sendung also ein Interview mit Ivor Hartmann, dem Herausgeber von AfroSF. Er erklärte mir augenzwinkernd, dass Science Fiction ursprünglich aus Afrika kommt, wieso Science Fiction eine enorme Rolle für die Zukunft eines Kontinents spielen kann und dass es am besten ist, wenn man das gleich selbst in die Hand nimmt.

Der Tradition von Global Show entsprechend stellt sich Ivor hier erst einmal selbst vor, nebst Foto wie es da aussieht wo er arbeitet:

“I am an African writer, editor, publisher, and visual artist. In 2007 I formed the micro-press StoryTime to help address the serious dearth of independent African publishers, most especially ones working in genre fiction. This started with a weekly online Pan-African magazine StoryTime that ran for five years. In 2010, StoryTime published its first annual Pan-African anthology African Roar, now in its fifth year. In 2013, AfroSF was published, the first exclusively Pan-African anthology of Science Fiction, and AfroSFv2 is currently in the works and will be comprosed of novellas only. I was born, raised, and lived in Zimbabwe until 2000, then lived in South Africa until four months ago when I moved to Sweden to be with my partner. How has this influenced my writing and work? In terms of leaving the continent for the first time, hard to say, too early to know, what I do know is that I remain dedicated to publishing African writers, forging ahead with new frontiers in African writing, and having my writing published by fellow African publishers foremost.”

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Hier noch die Liste der Namen von afrikanischen Autoren und Verlagen für afrikanische Science Fiction, die Ivor im Podcast erwähnt:

  • SF Autoren:
  • Nnedi Okorafor
  • Chinelo Onwualu
  • Sarah Lotz
  • Mandisi Nkomo
  • Cristy Zinn
  • Ashley Jacobs
    Tade Thompson
    Sally Partridge
  • Tendai Huchu
    Uko Bendi Udo
    Dave-Brendon Burgh
    Biram Mboob
    Sally-Ann Murray
    Liam Kruger
    Chiagozie Fred Nwonwu
    Joan De La Haye
    Mia Arderne
    Nick Wood
    Rafeeat Aliyu
    Martin Stokes
    Clifton Gachagua
    Efe Okogu
  • Wanuri Kahiu
  • Metlholo Phukuntsi
    Oluwole Talabi
  • Raymond Elenwoke
  • Dilman Dila
  • Andrew Dakalira
  • Mame Bougouma Diene
  • Masimba Musodza
  • Henrietta Rose-Innes
  • Amos Tutuola
  • Lauren Beukes

Afrikanische SF-Herausgeber und Verlage:

  • StoryTime (AfroSF, forthcoming AfroSFv2)
  • DADA Books (Design And Dream Arts Enterprises) (Lagos 2060)
  • Jalada Africa (A pan-African writers’ collective) (forthcoming Jalada Anthology 01: Afrofutures)
  • Fox & Raven Publishing (numerous short story ebooks and some anthologies)
  • Inkless Media (Something Wicked, magazine and anthologies)

Den Podcast mit dem Interview gibt es hier und am besten gleich Abenteuer Zukunft auf iTunes abonnieren!

DAZ 82 Global Show – Rainer Erler

Science Fiction Romane und Filme haben meine Ansätze oft mehr geprägt als manche “ernsthaften” Methoden der Zukunftsforschung.  Nicht nur für unser eigenes Leben, sondern auch in der Zukunftsarbeit für Politik und Industrie ist Science Fiction oft der bessere Ausgangspunkt, schließlich sind neue Entwicklungen, die Märkte und Gesellschaften verändern, immer häufiger für die etablierten Strukturen von “Science Fiction Qualität”.

Science Fiction bietet die Zukunftsentwürfe eben auf eine andere Weise an als Forecaster, Trendgurus oder Experten bestimmter Bereiche. Ganzheitlicher. Und erzeugen mit diesen stimmigen, anziehenden Szenarien Motivation sie in die Realität zu bringen.

re1Ein großer Teil der Science Fiction ebenso wie Methoden der Zukunftsforschung stammen aus dem angelsächsischen Raum. Unsere Welt ist aber viel größer und wollen wir alle Möglichkeiten kennen, müssen wir uns weiter umschauen.
Mit der neuen Sendung starte ich daher das Format Global Show: Hier werden Science Fiction Macher interviewt und das weltweit, ebenso wie Zukunftsforscher und Futuristen.

Wir starten mit dem Regisseur Rainer Erler, bekannt für seine Science Thriller aus den 70ern wie Fleisch.

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