DAZ 92 – Zukunftskurs Folge Acht

Unser persönlicher Weg in die Zukunft wird durch zahlreiche Einflussfaktoren bestimmt. Es ist dabei mit den Trends ein wenig so wie mit den alten Bildröhren:

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Bei denen läuft der durchgeschossene Elektronenstrahl gerade durch, wenn kein Strom an den entsprechenden Ablenkplatten anliegt. Sonst aber wird der Strahl abgelenkt und zaubert dadurch alle möglichen Bilder auf den Bildschirm. Ebenso mit den Zukunftstrends in unserem Leben: Bleiben alle äußeren Kräfte gleich, geht alles weiter wie bisher. Die verschiedenen Möglichkeiten unserer Zukunft entstehen dadurch, dass sich Kräfte verändern.

In der neuen Folge des Zukunftskurses lernen wir die Umfeld- oder Umweltanalyse kennen. Wir suchen die externen und internen Faktoren, die uns beeinflussen und beeinflussen werden und wie man mit ihrer Hilfe beginnt, eine Timeline der Zukunft aufzubauen.

Dabei bedienen wir uns bewährter Verfahren der Zukunftsforschung, wie STEEP (social, technological, economical, ecological und political change) und der Stakeholderanalyse, wie immer aber angewandt auf unser eigenes Leben.

Die neue Folge von “Das Abenteuer Zukunft” können Sie hier downloaden oder am besten direkt bei iTunes abonnieren.

Und denken Sie an das Übungsmaterial, damit Sie auch sofort mit der Roadmap in Ihre Zukunft beginnen können.

 

Bildnachweis: Schott AG

 

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DAZ 91 – Zukunftskurs Folge 07

Mit der heutigen Folge des Zukunftskurs sind wir in der Gegenwart angekommen. Wir haben Ihre Vergangenheit als Hort an Ressourcen und an Erkenntnissen darüber verwendet, was Sie können, was Ihnen gut tut und was das darüber aussagt, wie Sie die Zukunft angehen könnten und sollten. Der Kegel der Vergangenheit wird gebündelt in die Gegenwart, als Reisegepäck in die Zukunft.

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Jetzt gehen wir die ersten Schritte in die Zukunft und zwar mit den Tools des Forecasting, einem explorativen Ansatz, der die Gegenwart in die Zukunft fortführt und etwas damit spielt, welche Wege und Weggabelungen es gibt und wann sich etwas verändert und wann nicht. Das Ziel ab jetzt ist eine Art Timeline. Wie die von Facebook in der Vergangenheit, nur eben mit allen Möglichkeiten und Wegen in die Zukunft!

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Eine der bekanntesten Ansätze in diesem Feld ist die Trendanalyse, einträgliches Feld einiger Trendpäpste. Daher muss erst einmal dargestellt werden, wieso Trends überwiegend nur an der Oberfläche kratzen und wir viel mehr Möglichkeiten haben, unser zukünftiges Leben mitzugestalten, als den Trendpäpsten hinterherzupilgern. Das zeige ich im Video zum Podcast, live vom Strand:

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Die neue Podcast-Folge können Sie wie immer auf der Abenteuer Leben Plattform herunterladen oder noch besser direkt bei iTunes abonnieren, damit Sie keine der Folgen verpassen, mit denen Sie ihre Zukunft entwerfen können!

Die Fusion von Journalismus und Science Fiction

Science Fiction ist die einzig richtige Art über die Zukunft zu reden. Das ist eine Überzeugung, zu der ich schon recht früh in meiner Karriere kam. Statt immer wieder aufgrund bestehender Glaubenssätze zu planen und dabei regelmäßig “zu kurz zu springen”! Wer Sätze wie “Jede Aussage über die Zukunft die nicht lächerlich klingt ist ziemlich sicher falsch” zu seinem Glaubenssystem rechnet, landet folgerichtig bei der Science Fiction, die sich zum Ziel gesetzt hat, jede Möglichkeit fröhlich durchzutesten und auszufabulieren.

Nur hat Science Fiction gerade in Deutschland einen anderen Ruf. Das ist eben “Unterhaltung”, nichts Seriöses, Praktisches, Konkretes. Zu meiner Jugendzeit wurde sie “Fluchtliteratur” genannt und der davon Süchtige dazu aufgefordert, sich mit den “wirklichen” Problemen des Alltags zu beschäftigen. Dass man einige Probleme des Alltags nur mit einem sehr weiten und offenen Blick angehen kann, kam den Kritikern nicht in den Sinn. Eigenartig nur, dass gerade dem Militär und den Geheimdiensten dieser Zusammenhang sehr wohl klar war und Organisationen wie die DARPA stolz verkündeten, “dass ihre besten Projektmanager Science Fiction Autoren seien“.

Dass in den deutschen Medien eher zögerlich mit der Zukunft umgegangen wurde, war eine der Gründe für den Start von “Das Abenteuer Zukunft”. Obwohl wir mit Regisseuren wie Rainer Erler auch Medienschaffende hatten, die Science Fiction zur öffentlichen Diskussion brennender gesellschaftlicher Fragen der nahen Zukunft einsetzten, fehlte der Wille und der Spaß am gezielt durchgeknallten Denken, um uns alle weiterzubringen. Plattformen die das fördern haben daher schon immer meine Sympatie.

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Heute stieß ich auf Kickstarter auf ein spannendes Projekt (THX Sara Robinson), bei dem ich direkt Backer werden musste: Scout ist eine Community, die Journalismus und Science Fiction verschmilzt. Die Idee: Die Community nimmt sich ein aktuelles (sprich der nahen Zukunft) Thema vor wie z.B. “Wie wird Automatisierung die globale Wirtschaft prägen?”. Die Scout-Autoren und die Community schreiben darüber und veröffentlichen Informationen gebündelt mit Science Fiction Stories. Um die Vielfalt der Meinungen zu präsentieren und die Debatte offen zu halten, gibt es zusätzliche Videodebatten. Alles sehr vielversprechend, schließlich sind prominente Science Fiction Autoren wie Greg Bear und David Brin mit dabei.

Ich bin gespannt, das passt hervorragend zu meinen Aktivitäten und Zukunftsplänen beim Zukunftskurs. Alleine schon der Spruch: “Wenn die Army und die CIA einen Futurist in Residence haben, verdienen Sie auch einen!”.

DAZ 90 – Zukunftskurs Folge Sechs

Unsere Zukunft ist sehr davon geprägt, was wir tun, sei es als Beruf, oder auch in unserer Freizeit. Da gerade der Beruf rein vom Zeitaufwand her einen nicht unerheblichen Teil unserer Zukunft ausmachen wird, sollten auf diese Themen mit Sorgfalt die Werkzeuge der Zukunftsforscher und Futuristen angewendet werden. Gerade hier liegt ein Versäumnis der klassischen Berufs- und Karriereberatung. Sie arbeitet mit Ansätzen, die zu stark Gegenwarts- oder Vergangenheitsbezogen sind und geht nicht davon aus, dass die passenden Tätigkeiten vielleicht erst noch erfunden werden müssen! Also nehmen Sie das am besten selbst in die Hand, mit diesem Zukunftskurs, die mit jeder Folge die Story Ihrer Zukunft weiterschreibt.

In dieser Folge des Zukunftskurses geht es also um die Tätigkeiten, also den Beruf oder auch die Hobbies, denen Sie in Zukunft nachgehen wollen. Wie finden Sie heraus, ob diese zu Ihrem Profil passen? Wir betreiben “Themenchunking” und legen Filter an. Die Folge kann hier gedownloaded werden, oder bei iTunes abonniert.

Passend dazu wurde jetzt die neue Ausgabe des Übungsmaterials herausgegeben, das Sie wie immer in unserem Shop für Arbeitsmaterialien finden:

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Fröhliches Chunking!

Wir sind Mond

Vor über fünf Jahren interviewte ich an einem wunderbaren Sommernachmittag in Berlin in einem geräuschvollen italienischen Restaurant gegenüber der Gedächtniskirche das deutsche Team für den Lunar XPRIZE für meinen Podcast.

Die Gruppe um Robert Böhme war mit Feuereifer dabei, einen Rover für den Mond zu bauen. Und das sozusagen in ihrer Freizeit, weswegen sie diesen Umstand auch direkt zu ihrem Namen erkoren: Part Time Scientists.

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Eine solche Aktivität passte einfach zu gut in das allgemeine Konzept von „Das Abenteuer Zukunft“, schließlich wurde dort schon oft von den „Dilettanten“ gesprochen (z.B. in Podcast Nummer 23) , also denen die etwas gerne aber auf höchstem Niveau tun,  als Gegenmodell zu dem, wie Forschung und Produktion bisher in der Gesellschaft betrieben wurden. Individualisten, die sich durch das Internet leicht und effektiv vernetzen können und durch Tools z.B. aus der Medienproduktion oder 3D-Drucker die Möglichkeiten haben, es den „Profis“ gleichzutun.  Aber mit mehr Freiheit und Kreativität, da sie sich nach eigenen Spielregeln richten können. Wie Podcaster eben 🙂

Ich sagte in der Sendung:

„Früher dachten wir, es gibt Dinge, für die braucht man eine richtig große Organisation, ein richtig großes Unternehmen oder was Staatliches. Gerade alte Science Fiction Filme oder Thriller nähren doch diese Idee: Da sehen wir gigantische Räume, Wahnsinnsmaschinen, Heerscharen von Leuten in weißen Kitteln, die aufgeregt um Großrechner oder was Ähnliches herumrennen. Für die richtig großen Projekte braucht man Manpower. Rettung der Welt, Entwicklung neuer Medikamente, der Welthunger etc.

Z.B. die Raumfahrt, da ist eh alles etwas überdimensioniert. Wer käme da auf die Idee, dass man nicht mindestens die NASA braucht, um auf dem Mond zu landen? Und waren es nicht die legendären Weltunternehmen, in deren Entwicklungslabors die bahnbrechenden Erfindungen getätigt wurden?

Aber so wie es aussieht, könnte mit dieser Notwendigkeit der Größe immer stärker Schluss sein. Es ist vielleicht genau umgekehrt, dass die Zukunft gerade den kleinen, hochvernetzten Strukturen gehört. Durch digitale Medien koordinierte, engagierte Individualisten könnten dasselbe und mehr erreichen, als ein großes Unternehmen oder eine große Behörde. Was mit Open Source für Software begann, zieht Kreise. Man könnte es das UNIX versus LINUX-Prinzip nennen. UNIX kam aus den Bell Labs von AT&T, die zwar auch sechs Nobelpreisträger unter ihren Leuten hatten, aber eben auch zu Hochzeiten rund 30.000 Mitarbeiter. LINUX ist die lockere Vernetzung engagierter Individuen. Ohne Unternehmen, ohne Gigant-Organisation.

Klein und vernetzt könnte der Zukunftstrend sein. Schnell und flexibel sein, klein bleiben, bevor man systemrelevant wird und dann von irgendwem gerettet werden muss.

Wir haben in Das Abenteuer Zukunft ja schon einige solche Dinge gesehen, bei denen gut vernetzte Einzelne höhere Leistungsfähigkeit aufwiesen als die bisherigen Gigantlösungen. Wie z.B. bei Smava aus Podcast Nr. 41, bei denen sich die Leute gegenseitig direkt die Kredite geben, sich selbst überlegen, wem und zu welchem Zins. Ohne dass eine Bank das entscheiden muss und meine Zinssätze vom Konsens des Weltmarkt abhängen. Kapitalismus richtig verstanden. Unternehmerisch und zwischen Individuen.“

Dieses Leitmotiv wurde in Abenteuer Zukunft fortgesetzt, z.B. mit uBiome, der Citizen Sience Plattform, die sich anschickte, etwas besser zu lösen, als es gigantisch teure Forschungsprojekte konnten. Ebenso die Sendungen zu UGC in der Filmproduktion (“Wir sind das Studio!”) oder zur Genforschung zuhause im Bad (“DIY Bio“).

Das Ziel, auf dem Mond zu landen ist allerdings das prototyische Symbol für die Großprojekte der Vergangenheit. Deshalb freut es mich, auf den Lunar XPRIZE noch einmal zurückzukommen. Denn es gibt gute Neuigkeiten von den Part Time Scientists!

Die Anforderung des Lunar XPRIZE ist ja:

  • Einen Rover sicher auf dem Mond zu landen,
  • sich damit 500 Meter über, auf oder unter der Mondoberfläche zu bewegen
  • und einen Mooncast zurückzuschicken, in HDTV.

Dafür sind 30 Millionen Dollar Preisgeld  im Jackpot. Und für einige Teams gab es jetzt Milestone-Preise zwischendurch, für Landing, Mobility und Imaging. Und unser deutsches (allerdings global vernetztes) Team räumt da in zwei Kategorien ab, bei Mobility und Imaging, wofür es schon einmal eine ¾-Millionen Dollar gibt. CU on the moon.

DAZ 89 Neurodreaming

Als der Podcast “Das Abenteuer Zukunft” auf Sendung ging, war eine der ersten Sendungen eine über die Möglichkeiten, die das Träumen, insbesondere das luzide Träumen für die Zukunft in sich trägt. In Folge 10 schilderte ich unser Gehirn als die bisher höchstentwickelte Simulationsmaschine. Es beweist uns das jede Nacht in den Träumen. Mit allen Sinnen, full-immersive, in wilde Szenerien und schräge Abenteuer eintauchen, da kommt keine Gaming Console mit, selbst keine mit Occulus Rift. Perfekt, wenn man dann noch luzide träumen kann, also im Traum merkt, dass man träumt, bewusst im Traum wird und bewusst in der Traumwelt agiert und damit Game-Designer und Traum-Regisseur werden kann. Neben dem Spaß, den man in solchen Träumen erleben kann, ist der Nutzen offensichtlich.

Seit der Sendung im Jahr 2006 ist vieles passiert, und vom aktuellen Stand handelt der neuste Podcast. Wir schauen auf drei Themenfelder zur Zukunft des luziden Träumens und der Mental Convergence, der Verschmelzung von Traumwelt und virtueller Welt:

  • Wie können wir selbst mit Hilfe der heutigen Tools besser luzide träumen und andere Neurogaming-Sachen erleben?
  • Können wir in absehbarer Zeit Träume von anderen ich sag mal lesen und vielleicht sogar die Record-Taste drücken, sie also … aufnehmen?
  • Und zuletzt – eigentlich als logische Konsequenz … können wir in Zukunft Traummovies produzieren und in andere Personen überspielen?

Den Podcast gibt es hier zum Download oder abonnieren Sie am besten direkt Abenteuer Zukunft bei iTunes.

Zu den im Podcast erwähnten Materialien:

Produkt-Information

Die sonstigen Tipps zu Tools sind in meinen Mental Convergence Beiträgen.

Sind Roboter die besseren Psychotherapeuten?

Eine Studie sorgt im Moment für Furore im Blätterwald, bei Management, Trainern, Beratern: “Sind Roboter die besseren Chefs” wird da in Bezug auf MIT-Überlegungen gefragt. Kurz zusammengefasst sind “Roboter” weniger voreingenommen und mehr an der Sache an sich “interessiert”.  Klar, dass so eine Aussage nach der Literatur der letzten Jahrzehnte zu Management, Motivation und Leadership nachdenklich stimmt. Und ebenfalls klar, dass sie in Zeiten von Big Data und Social Business auch enorme Bedeutung haben kann für die Art wie Unternehmen strukturiert werden.

Mich hat die heftige Diskussion amüsiert, weil ich vor einigen Jahren schon einmal bei einer “intimeren” Rolle die These aufgestellt habe, dass sie vielleicht besser von Robotern (alias Künstliche Intelligenz) wahrgenommen werden sollte: die der Psychologen und inbesondere der Psychotherapeuten. Meine Argumentation ging in eine ähnliche Richtung wie die der MIT-Studie. Um das ganze auf die Spitze zu treiben rief ich ein (teilweise ernstgemeintes) Projekt ins Leben, einen solchen AI-Coach zu entwickeln.

Zur Ergänzung der Diskussion über die Roboterchefs hier noch einmal die Projektskizze des “Vimo”:

Project VIMO – Der ultimative Coach

Grundidee

Die Menschheit hat zwar technologisch ungeheure Fortschritte erzielt und ist auch auf einem expansiven Pfad, das weiterhin zu tun. Aber die Betreuung unseres Geistes, der „soft factors“, von Dingen wie Lebensgestaltung, Stressmanagement, Beziehungen usw. ist nach wie vor auf einem höchst rudimentären Level. Es gibt einige, zum großen Teil sehr ideologische Theorien über den Menschen, und Neurologie und Psychologie beginnen gerade, durch eine Annäherung erste neue Ideen zu entwickeln.
So sieht es dann eben auch mit Psychotherapie, Kommunikations-Tipps und Ähnlichem aus. Beratungen und Behandlungen sind ein Stochern im Nebel, Verfahren der Persönlichkeitsbeurteilung grobe Holzschnitte und die Ratschläge der Professionellen resultieren überwiegend aus ihrer jeweiligen Richtung.
Wer kennt nicht das klassisch verulkte Psychotherapeutengespräch, bei dem der Therapeut bei jeder Äußerung seines Klienten versucht, die typischen Bestandteile der Psychotherapiewelt wie Phallus und Ödipus zu entdecken? Der Berater, Coach und Therapeut hat nie einen unvoreingenommenen Blick auf den ganzen Menschen, er ist eingeschränkt dadurch, dass er selbst ein Mensch ist, mit Glaubens- und Wertesystemen, eingeübten Verhaltensweisen und Methoden.
Dabei wünscht man sich oft bei Lebensproblemen, im Ehestreit oder bei beruflichen Krisen einen Berater, der nur das Wesentliche sieht, genau auf die individuelle Person zugeschnitten und nur das vorschlägt, was wirklich funktionieren wird. Der einen auf kreative, neue Wege bringt und einen nicht auf seinen Ansatz, sein Verfahren zurechtstutzt.

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Daher jetzt die Idee, die Beratung des Menschen in psychischen, kommunikativen, geistigen Dingen den Menschen aus der Hand zu nehmen und es auf eine „neutrale“ Ebene zu heben. Denn: die rasante Entwicklung der Vernetzung und der digitalen Technologie der nächsten Jahre und Jahrzehnte wird uns ungeahnte Möglichkeiten geben, Beratung einmal ganz anders anzugehen.
In wenigen Jahren wird ein gewöhnlicher Laptop das menschliche Gehirn simulieren können. Tausende dieser Laptops vernetzt werden in rasender Geschwindigkeit die Fähigkeiten jedes menschlichen Beraters übersteigen. Selbst wenn es um menschliche Probleme geht. Außerdem ist dieses Netz nicht ideologisch vorbelastet . . .

Was würden Sie sagen, wenn Sie in nächster Zeit ein System zur Verfügung haben, dem Sie ihre Probleme eingeben und das antwortet: „Menschen, die genauso ticken wie Sie haben in dieser Situation die folgenden Dinge getan und es hat funktioniert!“?
Und sie würden wissen, dass diese Einschätzung nicht nur auf einigen wenigen, subjektiven Erfahrungen beruht, sondern auf den Erfahrung von Millionen von Menschen!
Und, was würden Sie sagen, wenn das in einigen Jahren ein virtueller Avatar wäre, mit dem Sie ganz normal reden können, hinter dessen Aussagen aber das komplette bisherige Erfahrungswissen der Menschheit zur Lösung persönlicher Schwierigkeiten liegt?

Science Fiction? Bisher schon.

Die Idee wäre also, einen bisher nie dagewesenen Berater für menschliche Fragen auf der Basis künstlicher Intelligenz zu erschaffen. Ein solches Unternehmen könnte lukrativ sein und viele Bereiche des menschlichen Lebens revolutionieren. Es müsste nicht direkt entwickelt werden, sondern es entsteht über die Jahre in mehreren Phasen, die jeweils die parallel entstehende technologische Entwicklung nutzen. Jede Phase nutzt die Ergebnisse der vorhergehenden und führt sie mit neuer Technologie auf eine neue Stufe.

Phase Eins

Das System wird langsam zum Wachsen gebracht, nicht in einem großen Wurf implementiert. Im Gegenteil: Gerade, dass der Vimo „natürlich“ und von selbst wächst ist ein Kernpunkt seiner zukünftigen Leistungsfähigkeit.
Phase Eins ist ein einfaches soziales Netzwerk. Die Nutzer tauschen sich darin aus, was sie angewendet haben und was in bestimmten Situationen geholfen hat. Dann bewerten sie zusätzlich – wie in Social Networks üblich – noch die Tipps, so dass jeder, der Hilfe zu einem bestimmten Thema sucht, sofort die besten Tipps präsentiert bekommt.
Solches Wissen und solche wechselseitige Beratung ist schon an vielen Stellen im Netz vorhanden. Nur eben nicht gebündelt, es wächst und integriert sich bisher nicht und ist nur mit einem gewissen Aufwand zu finden.

Phase Zwei

Der nächste Schritt implementiert die ersten Vorraussetzungen zu einer zunehmenden Automatisierung des Verfahrens. Hier geben die einzelnen User sehr klare Profile ein. Nicht nur die Grunddaten, die schon in Phase Eins erhoben werden, sondern so viele Details, wie für eine Person nur denkbar.
Also nicht nur Alter, Geschlecht, Beruf, sondern auch so etwas wie Essvorlieben. Zusätzlich wird eine Vielzahl von gängigen Persönlichkeitsanalyseverfahren zur Verfügung gestellt. Auch das mit dem Ziel, die Daten über das jeweilige Individuum immer umfassender, immer ganzheitlicher aufzubauen.
Schrittweise werden diese Angaben von Freitext-Eingaben in Pulldowns verwandelt, deren Angebot immer weiter wächst. Das ist kein technisches Detail, sondern die Basis dafür, die Daten vollautomatisch immer vergleichbarer zu machen. Dadurch kann dann ziemlich bald der Tipp mit einem Wahrscheinlichkeits-Ranking versehen werden, darauf basierend, wie ähnlich sich zwei Personen und ihre Situation sind.
Wieso werden dort so viele Sachen abgefragt, die eigentlich nichts mit dem jeweiligen gegebenen Problem zu tun haben? Ganz einfach: Weil wir das nicht wirklich wissen! Früher nahm man im medizinischen Bereich an, dass Körper und Geist nichts miteinander zu tun haben. Heute spricht man locker von Psychosomatik. Wir möchten die Beurteilung des Systems nicht durch unsere Vorurteile einschränken, daher wird die komplette Bandbreite an Daten eingegeben und welche Muster sich ergeben, wird einzig und alleine durch den Erfolg bestimmt.
Vielleicht stellt sich heraus, dass Menschen einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur bei einer typischen Art Eheprobleme mehr Curry essen müssen. Das würde zwar Mediziner wie Paartherapeuten vor ein Rätsel stellen, was die Betroffenen kaum kümmern dürfte, solange es funktioniert.
Wir glauben an nichtlineare, systemische, ganzheitliche Zusammenhänge, die nicht immer reduzierbar und verständlich sind. Also lassen wir die Erkenntnis darüber evolutionär wachsen.
Basisidee: Wir wissen nicht, welche Muster den Erfolg ausmachen, aber im Netz kann man das rausfinden, durch ein Empfehlungssystem vergleichbar Amazon, auf der Basis vielfältiger, umfassender, persönlicher Daten.

Phase Drei

Dies ist der Eintritt der künstlichen Intelligenz in das System. Und dies passiert auf zwei Ebenen:

  • Das Netz verwendet jetzt Techniken des semantischen Web, d.h. es ist bis zu einem gewissen Grade im Stande, zu verstehen, was dort diskutiert, angegeben und vorgeschlagen wird. Auf diese Art steigt auch die Fähigkeit des Systems, Fragen und Probleme zu analysieren und genauer zuzuordnen. Es versteht Fragen, zerlegt sie selbstständig in Kategorien, sucht nach Erfolgszusammenhängen.
  • Das System schafft nicht nur den blanken Abgleich zwischen Personen, sondern es beginnt Muster zu erkennen, also neue Zusammenhänge und Vermutungen aufzustellen. Im Abgleich mit dem Erfolg dieser Muster beginnt das System zu lernen. Ein angenehmer Nebeneffekt: das System liefert permanent neue Forschungsergebnisse zur Individual- und Sozialpsychologie.

Mit einer geschickten Rückkopplungsschleife versehen, kann ein solches KI-System in enormer Geschwindigkeit lernen: der Erkenntnisgewinn und die Treffsicherheit steigen exponentiell. Das System versteht konkrete Fragen, zerlegt die Fragen in Kategorien, sucht danach nach Erfolgen.

Phase Vier

Der technologische Stand bei Spracherkennung ist bis zu dieser Phase deutlich weiter entwickelt. D.h. unser System wechselt von einer formulargestützen Eingabe zu Sprache. Das System stellt direkt die Fragen und gibt Antworten, es kann automatisch aus der Sprache die Zusammenhänge und Kategorien ausfiltern und in das eigene Netzwerk einbinden und einsortieren. Es lernt beständig weiter, die Nutzer können es schon fast wie eine Art Telefoncoaching verwenden.

Phase Fünf

Das ganze System ist eine Person in einer VR-Welt, die sich mit dem Nutzer in einem normalen Gespräch bewegt. Aber hinter jeder dieser Avatare verbirgt sich die Intelligenz des gesamten Systems. D.h. der Nutzer weiß, dass jeder Satz, den dieser Avatar sagt, Tausenden oder Millionen Menschen in seiner Situation geholfen hat, wie banal er auch klingen mag.
Die Art des Avatar und das „Setting“, also die Umgebung in der das Beratungsgespräch stattfindet, ist frei wählbar. Es können also Millionen von Personen gleichzeitig mit dem System ein Beratungsgespräch führen, aber der beratende Avatar und die Umgebung sind individuell verschieden.
Und mit jedem Gespräch und Feedback lernt das System mehr. Und irgendwann beginnt es, uns ungewöhnliche Lösungsmethoden vorzuschlagen, die noch nie jemand verwendet hat, die aber funktionieren, weil sie ideal auf uns Menschen passen . . .