100 Sendungen Abenteuer Zukunft!

“Das Abenteuer Zukunft” wurde gestartet, um auf eine optimistische, chancenbetonte Art über die Möglichkeiten der Zukunft zu berichten. Und das nicht, weil ich die Kehrseiten mancher Entwicklungen nicht kennen würde, sondern weil sich die deutschsprachigen Medien ausschließlich auf diese Seite warfen und wir auf diese Weise nur die negativen Möglichkeiten wahr machen würden. So spricht Abenteuer Zukunft eher von einem kommenden Zeitalter des Reichtums (DAZ 42), das andere Hypezeitalter wie die Renaissance in den Schatten stellen wird, und von einer Rückkehr der legendären 20er Jahre in wenigen Jahren (DAZ 66) aber mit ganz anderer Größenordnung.

 

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Dazu passend bin ich viele Themen in diesen 100 Sendungen auf ungewöhnliche, teils radikale Weise angegangen, nicht, um damit die Zukunft vorherzusagen, sondern um meine Zuhörer auf ungewöhnliche Ideen zu bringen, mit denen sie selbst eine spannende Zukunft miterschaffen können:

 

  • über eine Medizin der Zukunft, in der Zähne nachwachsen (DAZ 03) und Organe einfach nachproduziert werden  (lange bevor Unternehmen wie Organovo das umzusetzen begannen) oder den Körper der Zukunft, bei dem wir ein paar Features upgraden (DAZ 24),
  • über die Zukunft der Ernährung, in der Slow Food, Smart Food, Molekularküche, Gentechnik und gastronomischer Genuss schräge Allianzen eingehen und wir zum grünen Mann mutieren, der nur essen muss, wenn es ihm Lust bereitet (DAZ 11),
  • über eine Politik der Zukunft, die sich fragt, ob wir Bürger noch Parteien oder Parlamente brauchen (DAZ 16 im Jahr 2006, vor Finanz- und Schuldenkrise) oder ob man nicht direkt eigene Staaten gründet (Seeluft macht frei, DAZ 54),
  • über den Sex der Zukunft, bei dem wir Roboter als lernfähige Partner gewinnen und uns noch ein paar Geschlechter zulegen, da uns nur zwei zu wenige Kombinationsmöglichkeiten sind (DAZ 57),
  • über Sport der Zukunft (DAZ 35), wobei harmlos darüber geplaudert wurde, ob Doping nicht die normalste Sache der Welt sein könnte,
  • über Langlebigkeit, die mit dem Patchworkleben (DAZ 43) mehrere klassische Karrieren und Lebenswege in einem Leben bietet,
  • den Weltraumtourismus, der uns normalen Menschen den Weg ins All ermöglicht (DAZ 65) ,
  • oder über das Kino und Gaming der Zukunft, das direkt in unsere Träume eingespielt wird (DAZ 89).
Ein Leitmotiv bei “Das Abenteuer Zukunft” sind die Enabler, also Innovationen, mit denen wir die Spielregeln, auf denen unsere Gesellschaft beruht nachhaltig verändern können. Deshalb funktionieren alte Kochrezepte, mit denen unsere Industriegesellschaft gewachsen ist so oft nicht mehr. Ein typische Beispiel für so einen Enabler ist der oft erwähnte Nanofabricator in der Garage, also ein Apparat, der bei mir zuhause in der Garage in einer mystischen Blubberbrühe alles produziert, was ich mir wünsche und als Blueprint aus dem Internet downloaden kann: von Handies über Steaks bis zu ganzen Autos. Und auf diese Weise klassischen Welthandel und Kostenvorteile zunichte macht. 2006 war das eine kaum vorstellbare Annahme, heute weiß durch das Maker Movement und die 3D-Drucker jeder, wovon die Rede war.
DAZ 69 “Post Scarcity und Robot Society” schildert genau die Gesellschaft, in der überragende Produktionsmethoden klassische Industrie überflüssig machen oder die Idee, dass man etwas kaufen müsste. Die Sendung war 2009, hierzulande tourte Jeremy Rifkin letztes Jahr durch die Diskussionskreise mit Zero Margin Society und die Medien hörten zu. Die ebenfalls seit letztem Jahr heftig tobende Diskussion über Robotisierung  und die Vernichtung von Arbeitsplätzen habe ich schon früh thematisiert: in “Hyperhumanismus” (DAZ 53).
Aber mein Lieblingsleitmotiv während all dieser Jahre und eine der Kernwerte aller dieser Sendungen ist die Wiederermächtigung des einzelnen Menschen im Verhältnis zu Experten, Organisationen oder Regierungen und der immense Wert, der in einer globalen Vernetzung dieser individuellem kreativen Potentiale liegt. Systematisch bin ich in vielen Sendungen durchgegangen, auf welchen Gebieten der Einzelne, elegant durch die Digitalisierung mit Gleichgesinnten vernetzt, seine Unabhängigkeit wiedergewinnt und für uns alle Außerordentliches bewirkt:

 

  • In “Die Rückkehr der Dilettanten” (DAZ 23) zeige ich, dass begeisterte Nicht-Profis in vielen Feldern mehr leisten können als Profis, weil sie über das Internet das Wissen der Welt zur Verfügung haben und sich für ihre Liebhaberei alle Zeit der Welt nehmen können. Sie tun nur, was sie für richtig und gut halten, Marktforschung oder Expertenmeinungen interessiert sie nicht.
  • “Länger ist doch besser” (DAZ 40), die Sendung über den “Long Tail” bot dann für diese “Nischeninteressierten” den passenden Vermarktungsmechanismus. Was brauchen wir Experten und Bestsellerlisten, wenn wir genau das finden und erwerben können, was nur uns interessiert und beglückt?
  • In “Social Lending” (DAZ 41) geben sich die unabhängigen aufgeklärten Einzelnen gegenseitig Kredit. Und fragen sich, wozu man eigentlich so Dinge wie Banken, Internationale Kreditgeber und ähnliches braucht, wenn die doch gar nicht wissen, wie ich ticke?
  • “Kluger Kopf oder dummer Masse” (DAZ 44)  zusammen mit  “Prediction Markets” (DAZ 74) beschäftigt sich mit dem ungünstig “Wisdom of Crowds” betitelten Phänomen. Denn es ist ja gerade keine Masse, sondern die vernetzte Wirkung von Individuen, die sich so einer Massenmeinung entziehen können. Und es zeigt sich, dass diese vernetzte Intelligenz treffsicherer ist als Hierarchien und Elitenclubs.
  • “Open Source Hardware” (DAZ 55) macht mit dem Glaubenssatz Schluss, diese “Social”-Ideen würden nur für Ideen und Software gelten. Open Source macht sich daran, die Welt dessen was uns umgibt zu übernehmen und die Blueprints der zukünftigen Produkte in Gemeinschaftsarbeit zu erschaffen.
  • “DIY Bio” (DAZ 61) eröffnet dasselbe Feld für die Biologie und sieht das keinesfalls als eine Geringschätzung des Lebendigen, sondern im Gegenteil. Wie der PC “Power to the people” im Vergleich zu Großrechnern war, ist der individuelle Zugang zur Biowissenschaft eine Rückeroberung.
  • “Materialismus” (DAZ 62) spinnt den Gedanken weiter. Wenn wir Hardware nach Bedarf erschaffen können und Wissen immer im Zugriff haben, wofür brauchen wir die ganzen materiellen Güter eigentlich noch? Aber statt dadurch asketisch werden zu wollen, propagiert die Sendung den Reichtum an Möglichkeiten. Wir brauchen nur noch Zugang und nutzen das Potential der ganzen Welt. Jahre später reden auch die klassischen Medien über die Shared Economy, die  beginnt , diese Ideen wahr zu machen.
  • “Wir sind das Studio” (DAZ 63) schildert die veränderten Produktionsbedingungen in der Musik- und Filmindustrie. Da die für das Austoben der Kreativität nötige Technologie heute sehr preiswert zur Verfügung steht, werden wir unabhängig von Sendern und Meinungsmonopolen. Wir können podcasten, youtuben, Nachrichten produzieren, Bücher publizieren, elektronische Musik für die Clubs der Welt mischen. Und sind nur uns selbst verantwortlich.
  • “Cyberdropouts” (DAZ 64) spricht von der geographischen Befreiung. Durch die Vernetzung können wir leben wo wir wollen und gleichzeitig an einer völlig anderen Stelle der Welt arbeiten. Wir müssen nicht mehr in ungeliebte Großstädte oder gehypte In-orte, sondern leben da, wo es uns gut tut und mischen trotzdem an vorderster Front mit. Etwas, was “Landlust” bis heute nicht in letzter Konsequenz kapiert hat.
  • “Kleine Schritte für uns” (DAZ 67) besucht die Part Time Scientists, also das deutsche Team beim Google X-Price, die einen Rover auf den Mond bringen wollen. Was zeigt, dass selbst die großen, menschheitsbewegenden Projekte mittlerweile durch vernetzte Einzelne gestemmt werden können.
  • Ebenso “Citizen Science” (DAZ 78), wo wir anhand des Crowdfunding-Projekts uBiome erfahren, dass auch große Forschungsprojekte durch die digitale Zusammenarbeit der Engagierten aufgesetzt werden können. Was uns unabhängig von Regierungen oder anderen klassischen Geldgebern macht, was dafür sorgt, dass Geld in Dinge fließt, deren Erforschung uns wichtig ist.
Die Zukunft wird von jedem Einzelnen geschaffen und durch die Nutzung der Enabler-Technologien und durch elegante Vernetzung transzendieren wir bisherige Organisationsstrukturen der Menschen, wie Hierarchien oder Expertokratien.
Als eines der aktuellen Projekte entwickele ich bei Abenteuer Zukunft folgerichtig einen Kurs, der Nutzern die Tools und Techniken der Zukunftsforscher, Forecaster, Foresighter, Futuristen, Designer und strategischer Planer an die Hand gibt, um mit angepassten Varianten dieser Methoden das eigene Leben zu entwerfen und dabei zu helfen, eine spannende, vielfältige Zukunft für uns alle zu erschaffen.

Im hundertsten Podcast unterhalten sich Hans-Jürgen Walter – der Begründer des Portals “Das Abenteuer Leben” – und ich über die Hintergründe und weiteren Perspektiven des Podcast. Hören Sie hier mal rein.

Der im Podcast erwähnte CV mit der Story meiner bisherigen Aktivitäten findet sich hier:

 

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Sind Roboter die besseren Psychotherapeuten?

Eine Studie sorgt im Moment für Furore im Blätterwald, bei Management, Trainern, Beratern: “Sind Roboter die besseren Chefs” wird da in Bezug auf MIT-Überlegungen gefragt. Kurz zusammengefasst sind “Roboter” weniger voreingenommen und mehr an der Sache an sich “interessiert”.  Klar, dass so eine Aussage nach der Literatur der letzten Jahrzehnte zu Management, Motivation und Leadership nachdenklich stimmt. Und ebenfalls klar, dass sie in Zeiten von Big Data und Social Business auch enorme Bedeutung haben kann für die Art wie Unternehmen strukturiert werden.

Mich hat die heftige Diskussion amüsiert, weil ich vor einigen Jahren schon einmal bei einer “intimeren” Rolle die These aufgestellt habe, dass sie vielleicht besser von Robotern (alias Künstliche Intelligenz) wahrgenommen werden sollte: die der Psychologen und inbesondere der Psychotherapeuten. Meine Argumentation ging in eine ähnliche Richtung wie die der MIT-Studie. Um das ganze auf die Spitze zu treiben rief ich ein (teilweise ernstgemeintes) Projekt ins Leben, einen solchen AI-Coach zu entwickeln.

Zur Ergänzung der Diskussion über die Roboterchefs hier noch einmal die Projektskizze des “Vimo”:

Project VIMO – Der ultimative Coach

Grundidee

Die Menschheit hat zwar technologisch ungeheure Fortschritte erzielt und ist auch auf einem expansiven Pfad, das weiterhin zu tun. Aber die Betreuung unseres Geistes, der „soft factors“, von Dingen wie Lebensgestaltung, Stressmanagement, Beziehungen usw. ist nach wie vor auf einem höchst rudimentären Level. Es gibt einige, zum großen Teil sehr ideologische Theorien über den Menschen, und Neurologie und Psychologie beginnen gerade, durch eine Annäherung erste neue Ideen zu entwickeln.
So sieht es dann eben auch mit Psychotherapie, Kommunikations-Tipps und Ähnlichem aus. Beratungen und Behandlungen sind ein Stochern im Nebel, Verfahren der Persönlichkeitsbeurteilung grobe Holzschnitte und die Ratschläge der Professionellen resultieren überwiegend aus ihrer jeweiligen Richtung.
Wer kennt nicht das klassisch verulkte Psychotherapeutengespräch, bei dem der Therapeut bei jeder Äußerung seines Klienten versucht, die typischen Bestandteile der Psychotherapiewelt wie Phallus und Ödipus zu entdecken? Der Berater, Coach und Therapeut hat nie einen unvoreingenommenen Blick auf den ganzen Menschen, er ist eingeschränkt dadurch, dass er selbst ein Mensch ist, mit Glaubens- und Wertesystemen, eingeübten Verhaltensweisen und Methoden.
Dabei wünscht man sich oft bei Lebensproblemen, im Ehestreit oder bei beruflichen Krisen einen Berater, der nur das Wesentliche sieht, genau auf die individuelle Person zugeschnitten und nur das vorschlägt, was wirklich funktionieren wird. Der einen auf kreative, neue Wege bringt und einen nicht auf seinen Ansatz, sein Verfahren zurechtstutzt.

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Daher jetzt die Idee, die Beratung des Menschen in psychischen, kommunikativen, geistigen Dingen den Menschen aus der Hand zu nehmen und es auf eine „neutrale“ Ebene zu heben. Denn: die rasante Entwicklung der Vernetzung und der digitalen Technologie der nächsten Jahre und Jahrzehnte wird uns ungeahnte Möglichkeiten geben, Beratung einmal ganz anders anzugehen.
In wenigen Jahren wird ein gewöhnlicher Laptop das menschliche Gehirn simulieren können. Tausende dieser Laptops vernetzt werden in rasender Geschwindigkeit die Fähigkeiten jedes menschlichen Beraters übersteigen. Selbst wenn es um menschliche Probleme geht. Außerdem ist dieses Netz nicht ideologisch vorbelastet . . .

Was würden Sie sagen, wenn Sie in nächster Zeit ein System zur Verfügung haben, dem Sie ihre Probleme eingeben und das antwortet: „Menschen, die genauso ticken wie Sie haben in dieser Situation die folgenden Dinge getan und es hat funktioniert!“?
Und sie würden wissen, dass diese Einschätzung nicht nur auf einigen wenigen, subjektiven Erfahrungen beruht, sondern auf den Erfahrung von Millionen von Menschen!
Und, was würden Sie sagen, wenn das in einigen Jahren ein virtueller Avatar wäre, mit dem Sie ganz normal reden können, hinter dessen Aussagen aber das komplette bisherige Erfahrungswissen der Menschheit zur Lösung persönlicher Schwierigkeiten liegt?

Science Fiction? Bisher schon.

Die Idee wäre also, einen bisher nie dagewesenen Berater für menschliche Fragen auf der Basis künstlicher Intelligenz zu erschaffen. Ein solches Unternehmen könnte lukrativ sein und viele Bereiche des menschlichen Lebens revolutionieren. Es müsste nicht direkt entwickelt werden, sondern es entsteht über die Jahre in mehreren Phasen, die jeweils die parallel entstehende technologische Entwicklung nutzen. Jede Phase nutzt die Ergebnisse der vorhergehenden und führt sie mit neuer Technologie auf eine neue Stufe.

Phase Eins

Das System wird langsam zum Wachsen gebracht, nicht in einem großen Wurf implementiert. Im Gegenteil: Gerade, dass der Vimo „natürlich“ und von selbst wächst ist ein Kernpunkt seiner zukünftigen Leistungsfähigkeit.
Phase Eins ist ein einfaches soziales Netzwerk. Die Nutzer tauschen sich darin aus, was sie angewendet haben und was in bestimmten Situationen geholfen hat. Dann bewerten sie zusätzlich – wie in Social Networks üblich – noch die Tipps, so dass jeder, der Hilfe zu einem bestimmten Thema sucht, sofort die besten Tipps präsentiert bekommt.
Solches Wissen und solche wechselseitige Beratung ist schon an vielen Stellen im Netz vorhanden. Nur eben nicht gebündelt, es wächst und integriert sich bisher nicht und ist nur mit einem gewissen Aufwand zu finden.

Phase Zwei

Der nächste Schritt implementiert die ersten Vorraussetzungen zu einer zunehmenden Automatisierung des Verfahrens. Hier geben die einzelnen User sehr klare Profile ein. Nicht nur die Grunddaten, die schon in Phase Eins erhoben werden, sondern so viele Details, wie für eine Person nur denkbar.
Also nicht nur Alter, Geschlecht, Beruf, sondern auch so etwas wie Essvorlieben. Zusätzlich wird eine Vielzahl von gängigen Persönlichkeitsanalyseverfahren zur Verfügung gestellt. Auch das mit dem Ziel, die Daten über das jeweilige Individuum immer umfassender, immer ganzheitlicher aufzubauen.
Schrittweise werden diese Angaben von Freitext-Eingaben in Pulldowns verwandelt, deren Angebot immer weiter wächst. Das ist kein technisches Detail, sondern die Basis dafür, die Daten vollautomatisch immer vergleichbarer zu machen. Dadurch kann dann ziemlich bald der Tipp mit einem Wahrscheinlichkeits-Ranking versehen werden, darauf basierend, wie ähnlich sich zwei Personen und ihre Situation sind.
Wieso werden dort so viele Sachen abgefragt, die eigentlich nichts mit dem jeweiligen gegebenen Problem zu tun haben? Ganz einfach: Weil wir das nicht wirklich wissen! Früher nahm man im medizinischen Bereich an, dass Körper und Geist nichts miteinander zu tun haben. Heute spricht man locker von Psychosomatik. Wir möchten die Beurteilung des Systems nicht durch unsere Vorurteile einschränken, daher wird die komplette Bandbreite an Daten eingegeben und welche Muster sich ergeben, wird einzig und alleine durch den Erfolg bestimmt.
Vielleicht stellt sich heraus, dass Menschen einer bestimmten Persönlichkeitsstruktur bei einer typischen Art Eheprobleme mehr Curry essen müssen. Das würde zwar Mediziner wie Paartherapeuten vor ein Rätsel stellen, was die Betroffenen kaum kümmern dürfte, solange es funktioniert.
Wir glauben an nichtlineare, systemische, ganzheitliche Zusammenhänge, die nicht immer reduzierbar und verständlich sind. Also lassen wir die Erkenntnis darüber evolutionär wachsen.
Basisidee: Wir wissen nicht, welche Muster den Erfolg ausmachen, aber im Netz kann man das rausfinden, durch ein Empfehlungssystem vergleichbar Amazon, auf der Basis vielfältiger, umfassender, persönlicher Daten.

Phase Drei

Dies ist der Eintritt der künstlichen Intelligenz in das System. Und dies passiert auf zwei Ebenen:

  • Das Netz verwendet jetzt Techniken des semantischen Web, d.h. es ist bis zu einem gewissen Grade im Stande, zu verstehen, was dort diskutiert, angegeben und vorgeschlagen wird. Auf diese Art steigt auch die Fähigkeit des Systems, Fragen und Probleme zu analysieren und genauer zuzuordnen. Es versteht Fragen, zerlegt sie selbstständig in Kategorien, sucht nach Erfolgszusammenhängen.
  • Das System schafft nicht nur den blanken Abgleich zwischen Personen, sondern es beginnt Muster zu erkennen, also neue Zusammenhänge und Vermutungen aufzustellen. Im Abgleich mit dem Erfolg dieser Muster beginnt das System zu lernen. Ein angenehmer Nebeneffekt: das System liefert permanent neue Forschungsergebnisse zur Individual- und Sozialpsychologie.

Mit einer geschickten Rückkopplungsschleife versehen, kann ein solches KI-System in enormer Geschwindigkeit lernen: der Erkenntnisgewinn und die Treffsicherheit steigen exponentiell. Das System versteht konkrete Fragen, zerlegt die Fragen in Kategorien, sucht danach nach Erfolgen.

Phase Vier

Der technologische Stand bei Spracherkennung ist bis zu dieser Phase deutlich weiter entwickelt. D.h. unser System wechselt von einer formulargestützen Eingabe zu Sprache. Das System stellt direkt die Fragen und gibt Antworten, es kann automatisch aus der Sprache die Zusammenhänge und Kategorien ausfiltern und in das eigene Netzwerk einbinden und einsortieren. Es lernt beständig weiter, die Nutzer können es schon fast wie eine Art Telefoncoaching verwenden.

Phase Fünf

Das ganze System ist eine Person in einer VR-Welt, die sich mit dem Nutzer in einem normalen Gespräch bewegt. Aber hinter jeder dieser Avatare verbirgt sich die Intelligenz des gesamten Systems. D.h. der Nutzer weiß, dass jeder Satz, den dieser Avatar sagt, Tausenden oder Millionen Menschen in seiner Situation geholfen hat, wie banal er auch klingen mag.
Die Art des Avatar und das „Setting“, also die Umgebung in der das Beratungsgespräch stattfindet, ist frei wählbar. Es können also Millionen von Personen gleichzeitig mit dem System ein Beratungsgespräch führen, aber der beratende Avatar und die Umgebung sind individuell verschieden.
Und mit jedem Gespräch und Feedback lernt das System mehr. Und irgendwann beginnt es, uns ungewöhnliche Lösungsmethoden vorzuschlagen, die noch nie jemand verwendet hat, die aber funktionieren, weil sie ideal auf uns Menschen passen . . .